14.6.26: Ersatzwahlen Wil «5 Fragen an...» Jigme Shitsetsang
Wie gestalten Sie den Austausch zwischen Stadt und lokaler Wirtschaft, damit Anliegen der Unternehmen wirksam in Entscheidungsprozesse und deren Umsetzung einfliessen?
Ich will den Austausch mit der Wirtschaft verbindlicher, direkter und ergebnisorientierter gestalten. Dazu gehören regelmässige Standortgespräche mit Gewerbe, Industrie und Dienstleistungsbetrieben sowie klare Ansprechpartner in der Verwaltung. Wichtig ist mir zudem eine Verwaltungskultur, die lösungsorientiert arbeitet und Entwicklung ermöglicht. Entscheidungen müssen nachvollziehbar, pragmatisch und zeitnah sein. Mein Ziel ist eine Stadt, die nicht verwaltet, sondern ermöglicht und umsetzt, gemeinsam mit der Wirtschaft.
Wo sehen Sie aktuell den grössten Handlungsbedarf für den Wirtschaftsstandort Wil und welche Massnahmen priorisieren Sie zur gezielten Stärkung der Standortattraktivität und der Wirtschaftsförderung?
Der grösste Handlungsbedarf liegt bei der aktiven Standortentwicklung. Wil braucht attraktive Entwicklungsflächen, gute Verkehrsanbindungen und klare Perspektiven für Unternehmen. Meine Prioritäten sind erstens die aktive Entwicklung von Schlüsselarealen und die konsequente Nutzung von Chancen wie WILWEST, um neue Arbeitsplätze, Infrastruktur und Entwicklungsräume für die Region zu schaffen. Zweitens die Stärkung des Bahnhofs als wirtschaftliche Drehscheibe mit guter Erreichbarkeit für Unternehmen, Pendler und Logistik. Drittens schnellere Bewilligungsverfahren mit klaren Standards und verbindlichen Fristen. Zusätzlich braucht es eine aktive Wirtschaftsförderung mit klarer Anlaufstelle in der Verwaltung, die proaktiv auf Unternehmen zugeht. Wil muss gezielt um Unternehmen und Investitionen werben, nicht nur reagieren.
Wie erreichen Sie es, Wil als attraktiven Arbeits- und Lebensort für Unternehmen und Fachkräfte weiterzuentwickeln?
Standortentscheidungen sind heute Gesamtentscheide. Deshalb muss Wil Wohnen, Arbeiten, Bildung und Mobilität konsequent zusammendenken. Priorität hat die Bereitstellung von attraktivem Wohnraum, eine leistungsfähige Verkehrsanbindung sowie gute, moderne Schulen. Die Schulraumplanung ist dabei ein zentraler Standortfaktor für Familien und Unternehmen. Ebenso wichtig ist eine starke, lebendige Innenstadt mit hoher Nutzungsqualität und guter Erreichbarkeit. Wil muss als regionales Zentrum sichtbar, attraktiv bleiben und eine Stadt, in der Ideen umgesetzt werden können und Entwicklung möglich ist.
Welche Rahmenbedingungen braucht es, um für Unternehmen in Wil – insbesondere bei Steuern, Verkehrsinfrastruktur und Bewilligungsverfahren – langfristig stabile, verlässliche und wettbewerbsfähige Verhältnisse zu gestalten?
Unternehmen brauchen Stabilität, Tempo und Verlässlichkeit. Dazu gehören eine wettbewerbsfähige, langfristig stabile Steuerpolitik, gezielte Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, insbesondere die Stärkung des Bahnhofs als zentrale Drehscheibe sowie schnellere und klarere Bewilligungsverfahren. Die Verwaltung muss dienstleistungsorientiert arbeiten, d.h. mit klaren Zuständigkeiten, digitalen Prozessen und nachvollziehbaren Entscheiden. Wil soll nicht bremsen, sondern ermöglichen.
Welches wirtschaftsrelevante Thema würden Sie bei einer Wahl in den Stadtrat bzw. ins Präsidium prioritär angehen?
Meine Priorität ist eine aktive Standort- und Umsetzungspolitik mit Fokus auf Umsetzung statt Verzögerung. Wil muss Chancen wie WILWEST aktiv nutzen, Schlüsselareale entwickeln und die Infrastruktur gezielt auf Wachstum ausrichten. Konkret will ich die Entwicklung rund um den Bahnhof als Wirtschafts- und Mobilitätszentrum vorantreiben, Gewerbe- und Entwicklungsflächen aktivieren sowie Infrastrukturprojekte mit direkten Standortnutzen aktiv begleiten. Dazu braucht es gesunde Finanzen und klare Priorisierung. Ich will Wil gezielt weiterentwickeln, Stillstand ist keine Option.
