14.6.26: Ersatzwahlen Wil «5 Fragen an...» Thomas Abbt
Wie gestalten Sie den Austausch zwischen Stadt und lokaler Wirtschaft, damit Anliegen der Unternehmen wirksam in Entscheidungsprozesse und deren Umsetzung einfliessen?
Es ist wichtig, einen regelmässigen, persönlichen Austausch mit festgelegten Terminen, beispielsweise zweimal jährlich unter der Leitung der Stadt Wil, zu etablieren. Zudem sollten klare Ansprechpersonen definiert werden, die gezielt die KMUs unterstützen. Zusätzlich würde ich eine Verbindungsstelle einrichten, um alle Fragen und Themen zentral zu koordinieren, sowie eine klare Verantwortlichkeit, welcher Stadtrat als Vorgesetzter fungiert.
Wo sehen Sie aktuell den grössten Handlungsbedarf für den Wirtschaftsstandort Wil und welche Massnahmen priorisieren Sie zur gezielten Stärkung der Standortattraktivität und der Wirtschaftsförderung?
Ich halte es für entscheidend, einen attraktiven und stabilen Steuerfuss zu priorisieren. Für mich ist es wichtig, die Investitionen der Stadt Wil langfristig zu planen und fristgerecht auszuführen. Dabei würde ich den Steuerfuss stabil halten und in Abwägung der geplanten Investitionen nur marginal anpassen. Zudem sehe ich die Notwendigkeit, eine Stelle für einen Wirtschaftsförderer in der Stadt Wil zu etablieren. Dieser könnte als „Türöffner“ fungieren und sich dafür einsetzen, möglichst viele Hürden abzubauen, um die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zu fördern.
Wie erreichen Sie es, Wil als attraktiven Arbeits- und Lebensort für Unternehmen und Fachkräfte weiterzuentwickeln?
Ich halte einen ausgewogenen Branchenmix mit vielfältigen Karrieremöglichkeiten für äusserst wichtig. Es ist entscheidend, dass gute Rahmenbedingungen geschaffen werden, mit guten Verpflegungsmöglichkeiten für ein angenehmes Arbeitsumfeld. Ich sehe hochwertige Arbeitsplätze in verschiedenen Branchen direkt vor der Haustüre als grossen Vorteil. Attraktive Karrieremöglichkeiten sind für mich ein weiteres Schlüsselkriterium, insbesondere um junge Fachkräfte in der Region zu halten. Kurze Arbeitswege tragen dazu bei, dass sie sich in der Umgebung verwurzeln und sich für einen Lebensmittelpunkt in der Region Wil entscheiden. Zudem möchte ich Transparenz darüber schaffen, welche kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wie viele Lehrlinge ausbilden.
Welche Rahmenbedingungen braucht es, um für Unternehmen in Wil – insbesondere bei Steuern, Verkehrsinfrastruktur und Bewilligungsverfahren – langfristig stabile, verlässliche und wettbewerbsfähige Verhältnisse zu gestalten?
Ich möchte die Planungssicherheit verbessern, um die bestehende Ungewissheit zu reduzieren. Dazu halte ich konstante und planbare Voraussetzungen für entscheidend. Ich setze mich dafür ein, die laufende Ortsplanung und das neue Baureglement massiv voranzutreiben, damit wir möglichst schnell Klarheit bei den wichtigsten Fragen erreichen können.
Welches wirtschaftsrelevante Thema würden Sie bei einer Wahl in den Stadtrat bzw. ins Präsidium prioritär angehen?
Ich möchte erneut betonen, wie wichtig ich die Schaffung einer spezifischen Stelle für einen Wirtschaftsförderer in der Stadt Wil halte. Es reicht nicht aus, nur darauf zu achten, die Ausgaben möglichst niedrig zu halten; vielmehr müssen wir dafür sorgen, dass sich neue gute Steuerzahler, wie kleine und mittlere Unternehmen, bei uns ansiedeln. Gleichzeitig ist es wichtig, die Stadt als aktiven Dienstleister zu positionieren, der unkompliziert Unterstützung bietet.
