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wrw zu Besuch bei Gebr. Egli Maschinen AG, Rossrüti

15.9.26, lunch@work, Gebr. Egli Maschinen AG wrw zu Besuch bei Gebr. Egli Maschinen AG, Rossrüti

vlnr: Markus Leuzinger (Leiter Innendienst) Karin von Rotz (wrw) Markus Kammermann (wrw) Heidi Egli (Inhaberin) Roland Egli (Inhaber) Urs Egli (Inhaber), Markus Wagner (wrw) Pascal Egli (Verkauf internat.) Jochen Keller (wrw) Ertan Keskin (Leiter Verkauf)

David Hugi, wil24

Was 1992 als «Pneuschür Rossrüti» begann, ist heute ein Unternehmen mit 90 Mitarbeitenden und eigenen Entwicklungen für die Baubranche. Beim lunch@work der Wirtschaft Region Wil (wrw) erhielten die Gäste einen Einblick in die Gebrüder Egli Maschinen AG. Dabei wurde deutlich: In Rossrüti wird erstaunlich viel selbst entwickelt und produziert – mit einem Qualitätsanspruch, der bis ins kleinste Detail reicht.

Wer heute durch die Gebrüder Egli Maschinen AG in Rossrüti geht, kann sich die Anfänge des Unternehmens nur noch schwer vorstellen. Konstruktion, Werkstatt, Schlosserei, Lackiererei, Hydraulik, ein grosses Ersatzteillager und die Produktion eigener Anbaugeräte für Bagger: Auf vergleichsweise engem Raum steckt hier viel Technik. Beim lunch@work der Wirtschaft Region Wil konnten die Gäste genau das aus nächster Nähe erleben. Begrüsst wurden sie von Roland, Heidi und Urs Egli, die das Unternehmen 1992 gemeinsam gegründet hatten.

Angefangen hat alles in der «Pneuschür»

Die Firmengeschichte ist eng mit Rossrüti verbunden. 1992 gründeten die zwei Geschwister das Unternehmen unter dem Namen «Pneuschür Rossrüti». Zwei Jahre später begann der Verkauf von Häckslern und Schreddern. Die Scheune wurde mit dem Wachstum zunehmend zur Werkstatt. 2001 folgte schliesslich die Gründung der Gebrüder Egli Maschinen AG und der Einstieg in den Verkauf von Bagger-Anbaugeräten für den Tiefbau. Was danach folgte, lässt sich fast als Geschichte permanenter Platzsuche erzählen. 2003 entstand eine neue Halle an der Konstanzerstrasse, 2010 wurde die alte Schweinescheune abgebrochen und der heutige Hauptsitz gebaut. 2012 erfolgte der Bezug. Inzwischen ist Egli erneut an Grenzen gestossen. Das Unternehmen spricht selbst von engen Platzverhältnissen und möchte den Standort erweitern. Beim Rundgang war nachvollziehbar, weshalb.

Möglichst viel Wissen im eigenen Haus

Heute beschäftigt das Familienunternehmen 90 Mitarbeitende und gehört zu den Schweizer Marktführern. Bei vollautomatischen Schnellwechslern für Bagger und Radlader gilt Egli gar als Marktführer. Die eigenen Anbaugeräte werden in Rossrüti entwickelt und montiert. Beeindruckend ist dabei weniger eine einzelne Maschine als die Breite des Know-hows, das im Unternehmen vorhanden ist. Egli verfügt über eigene Fachleute für Konstruktion, Schlosserei, Hydraulik, Werkstatt und Service. Die Konstrukteure entwickeln Bauteile für hohe mechanische und dynamische Belastungen, führen Festigkeitsberechnungen durch und arbeiten an individuellen Lösungen für Kunden.

Verkaufsleiter Ertan Keskin machte während des Rundgangs deutlich, wie weit dieser Anspruch an Eigenleistung geht. Wenn eine bestehende Lösung den Qualitätsansprüchen nicht genügt, sucht Egli nach einer eigenen. Nach seinen Ausführungen ging das Unternehmen in einem Fall sogar so weit, einen Elektrostecker selbst zu entwickeln, weil man mit der vorhandenen Qualität nicht zufrieden war. Eine kleine Geschichte, die viel über die Mentalität des Unternehmens erzählt.

Vom Hydraulikmagneten bis zum Betonbeisser

Diese Haltung führte über die Jahre zu einer ganzen Reihe eigener Produkte. 2008 begann Egli mit der Konstruktion und Produktion eines eigenen Hydraulikmagneten für Bagger. 2013 folgten eigene Baggerlöffel und seit 2014 produziert das Unternehmen den Egli-Betonbeisser. Gerade der Betonbeisser war beim Rundgang ein anschauliches Beispiel dafür, was in Rossrüti entsteht. Das Produkt ist für Abbrucharbeiten konzipiert und gehört heute zu einem breiten Sortiment an Anbaugeräten – von Greifern und Hydraulikhämmern über Baggersägen und Fräsen bis zu Geräten für den Gleisbau. Dahinter steht ein einfacher Grundsatz: Probleme aus der Praxis sollen möglichst direkt in technische Lösungen übersetzt werden. Ertan Keskin formuliert es selbst so, dass gerade vermeintlich «unlösbare» Aufgaben von Kunden als Herausforderung verstanden werden.

Und wieder fehlt der Platz

Die Kehrseite dieser hohen Fertigungstiefe wurde beim Gang durch die Hallen ebenfalls sichtbar. Wer entwickelt, produziert, repariert, vermietet und gleichzeitig ein umfangreiches Ersatzteillager führt, benötigt Platz. Und genau dieser ist erneut knapp. Produktion und Lager sind heute stark ausgelastet. Eine Erweiterung des Standorts ist deshalb für das Unternehmen ein wichtiges Thema. Dass diese Platzfrage nicht neu ist, gehört beinahe zur DNA von Egli: Von der Pneuschür über die erste Werkstatt bis zum heutigen Hauptsitz war Wachstum immer wieder mit der Frage verbunden, wo der nächste Entwicklungsschritt überhaupt noch Platz findet. Nach dem Rundgang blieb deshalb nicht nur der Eindruck grosser Maschinen und beeindruckender Technik. Es war vor allem die Geschichte eines Familienunternehmens, das seit mehr als drei Jahrzehnten in Rossrüti wächst, entwickelt und tüftelt – und dabei erstaunlich viel selbst machen will.

Zum Abschluss wurde es dann weniger technisch und dafür umso geselliger: Bei Raclette blieb den Gästen und den Mitarbeitenden des lunch@work Zeit für Gespräche und den persönlichen Austausch. Ein passender Abschluss für einen Mittag, der gezeigt hatte, wie viel Industrie und technisches Know-how mitten in Rossrüti steckt.

Hierfür bedankt sich die wrw herzlich beim gesamten Egli-Team für die grosszügige Gastfreundschaft und die spannenden Einblicke in einen vielseitigen und innovativen Betrieb.

Der nächste lunch@work findet am 27. April 2027 statt. Ort und Einladung folgt im neuen Jahr. Bitte Termin vormerken!

Einige Impressionen zum Anlass: